Glücklich Gärtnern

Gärtnern, Leben, Genießen

Monat: August 2016

Was macht man mit der Ernte aus dem Gemüsegarten?

Diese Woche gab es einige Premieren bei mir. Und zwar in erntetechnischer bzw. kochtechnischer Hinsicht.

Hat man einen Gemüsegarten fällt natürlich auch das eine oder andere an. So hatten wir zum Beispiel diese Woche Heidelbeeren, Pflaumen, Kohlrabi und auch ein Schlachthühnchen zu verarbeiten.  Da neben dem Garten und meinen Tieren Kochen meine Leidenschaft ist, probiere ich gern das eine oder andere Neue aus.

Ein Rezept zum Verwerten von Heidelbeeren habt ihr ja schon im letzten Post bekommen.  Aus den Pflaumen habe ich Pflaumenmus gemacht. Das stand schon lange auf meiner Liste, diese Woche habe ich es ausprobiert. Und ich muss sagen, es ist sehr gut geworden. Auch wenn es mit der langen Backzeit im Ofen (2 Stunden insgesamt) doch ein Rezept für freien Tag ist.


REZEPT PFLAUMENMUS

Zutaten:

  • 1 kg Pflaumen
  • 200 g Zucker
  • 1 Zimtstange

Zuerst natürlich werden die Pflaumen gewaschen, entsteint und halbiert. Die Pflaumen werden anschließend weichgekocht und kommen dann in eine flache Auflaufform mit 50 g Zucker und der Zimstange. Alles wird gut vermengt und dann bei ca. 150 Grad in den Ofen für eine halbe Stunde gegart. Nach dieser halben Stunde wird wieder 50 g Zucker zugefügt und die Uhr noch einmal auf eine halbe Stunde eingestellt. So verfahrt ihr weiter, bis der Zucker aufgebraucht ist. Wenn die Zeit im Ofen um ist, könnt ihr entweder das Mus in saubere Gläser abfüllen oder vorher noch pürieren. Ich mag die pürierte Variante lieber, unsere Familie mag stückige Marmeladen nicht so sehr. Vorher aber nicht vergessen, die Zimtstange zu entfernen. 😉

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Unsere Hühnchen haben wir bisher immer recht langweilig im Ofen zubereitet. Zwar sehr lecker, aber auf Dauer doch recht eintönig. Da wir gestern nachmittag eingeladen waren, ergab sich ein guter Zeitpunkt für ein Suppenmittagessen. Ich habe, ebenfalls zum allerersten Mal in meinem Leben, frische Hühnersuppe aus einer unsere Hähne gemacht.  Und es hat auch den Suppenmuffeln in unserer Familie geschmeckt.


REZEPT HÜHNERSUPPE

Zutaten

  • 2 Liter Wasser
  • 1 Suppenhuhn
  • 1 Suppengrün
  • 1 Zwiebel
  • Erbsen
  • Salz
  • nach Belieben noch Instant-brühe

Das Wasser wird zum Kochen gebracht und anschließend das sauber küchenfertige Hühnchen in den Topf gegeben. Das klein geschnittene Suppengemüse (Möhren, Kohlrabi, Porree) und die ebenfalls klein geschnittene Zwiebel dazu geben und alles ca. 1,5 Stunden leicht köcheln lassen im offenen Topf. Anschließend mit Salz und eventuell der Instant-brühe abschmecken. Jetzt kann man auch prima die TK-Erbsen dazu geben, da diese keine lange Garzeit benötigen. Das Hühnchen entfernen und nach Belieben das Fleisch von diesem klein geschnitten wieder in die Brühe geben. Fertig

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Heute Mittag gab es Kohlrabiragout mit Möhren und Erbsen, dazu  gibt es selbstgemacht Bandnudeln .


REZEPT KOHLRABIRAGOUT und SELBSTGEMACHTE NUDELN

Zutaten Nudeln:

  • 300 g Nudeln
  • 3 Eier
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz

Alle Zutaten verkneten und den Teig anschließend ca. eine halbe Stunde ruhen lassen. Der Teig darf nicht klebrig oder zu feucht sein, sonst gibt es anschließend Probleme mit der Nudelmaschine. Nach dem Ruhen kann man den Teig portionsweise mit der Nudelmaschine zu Bandnudeln verarbeiten und anschließend in kochendem Salzwasser ca. 3 Minuten garen.

Zutaten Kohlrabiragout:

  • 5 kleine Kohlrabis oder 2 große
  • 2 Möhren
  • TK Erbsen
  • 1 Paprika
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Weißwein
  • 150 g Schlagsahne
  • etwas Mehl/Speisestärke
  • Salz, Pfeffer
  • Küchenkräuter (Petersilie, Basilikum, etc.)

Die Zwiebeln und die Knoblauchzehe klein schneiden und mit Butter in einem Topf anschwitzen. Die klein geschnittenen Möhren und den Kohlrabi dazu geben und ca. 7 Minuten mitbraten auf mittlerer Hitze. Dann die ebenfalls klein geschnittene Paprika dazu geben und noch einmal 3 Minuten weiter braten. Mit der Gemüsebrühe, dem Wein und der Sahne ablöschen und alles ein paar Minuten einkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und den Kräutern abschmecken. Die TK Erbsen dazu geben, kurz mitkochen. Zum Schluß mit Mehlschwitze nach Belieben andicken. Fertig

Wir haben dazu Hühnchenbrustfilet mit Lavendelsalz gebraten genossen. Es war sehr lecker.


Das war heute mein Wort zum verregneten Sonntag. Nächste Woche geht hier auch die Schule wieder los und der Alltag kehrt ein. Dann werde ich mich auch ausführlicher mit den Gartenplanungen für die nächste Saison beschäftigen. Darauf freue ich mich schon. 🙂

Bis bald!

Blueberry Cheescake von Baking Barbarine

Heute gibt es mal wieder ein Rezept. Aber nicht von mir, sondern von einem tollen Backblog mit Namen Baking Barbarine.

Ich habe ja schon in einem meiner letzten Post geschrieben, dass von den Kulturheidelbeeren nicht viele übrig sind. Was reif wird, verputzen direkt die Vögel in unserem Garten. Das Netz zum Schutz hat leider nicht gehalten. Somit ernten wir jetzt jedes Mal, wenn wir da sind, die paar blauen Beeren, die noch hängen ab. Aber viel ist es nicht. Gestern haben wir dann insgesamt 200g Beeren zusammen gehabt.

Die Frage war, was kann man damit machen? Für Konfitüre oder Eis war es mir zu wenig. Also befragte ich Pinterest nach interessanten Rezeptideen für Kuchen mit Heidelbeeren und bin dann als Käsekuchenfan auf den Blueberry Cheescake gestoßen.

Das Rezept schreibe ich hier nicht einfach ab. Ich verlinke einfach die Seite von Baking Barbarine. 🙂 Aber es ist auf jeden Fall zu empfehlen. Es ist ein toller leckerer Käsekuchen mit einer schönen leicht sauren und fruchtigen Note durch die Blaubeeren. Nachbacken ist auf jeden Fall empfehlenswert!

http://www.bakingbarbarine.at/cheesecake-schnitten-mit-heidelbeeren/

 

Viel Spaß damit.

Bloggertreffen bei Volmary in Münster, 11.08.2016

Heute gibt es mal keine Neuigkeiten aus meinem Garten, sondern vom Bloggertreffen bei Volmary auf dem Kaldenhof in Münster. Es war nicht nur das erste Bloggertreffen für das junge Team von Volmary, sondern auch für mich. Mit knapp einem Jahr, den ich diesen Blog nun betreibe, gehöre ich quasi zum Junggemüse in der Bloggergruppe .

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Für alle, denen Volmary noch kein Begriff ist. Volmary ist ein mittelständiges Familienunternehmen (seit 1925) und Spezialist für Pflanzen und Saatgut, welche über ihre Geschäftskunden aus dem Gartenfachhandel und Erwerbsgartenbau vertrieben werden und so den Privatkunden, wie du und ich, erreichen, zum Beispiel über TOM-Garten. Aber nun zurück zum Bloggertreffen.

Der Tag fing leider wettertechnisch nicht gut an, aber bis zum Mittag war es wenigstens trocken. Das tat der Veranstaltung an sich keinen Abbruch, denn die Blumenbeete, die Volmary für ihre ganzen Geschäftskunden anlässlich der Besuchstage  gestaltet hatten, strahlten für die nicht vorhandene Sonne um die Wette. Hier konnte man sich in Ruhe über Neuheiten in der Pflanzenbranche informieren und sich vor Ort ein Bild von dieser oder jener neuen Blumensorte machen. Dabei gab es keine Beschränkungen: Stauden, Zwiebelblumen wie Dahlien oder Einjährige, alles war dabei und gab blühtechnisch sein Bestes. Daneben lag der zweite Schwerpunkt auf Gemüse- und Kräuterpflanzen, die so ansprechend präsentiert wurden, dass ich mir am liebsten den ein oder anderen Salatkopf oder ein Artischockenherz gemopst hätte. Und was Volmary unter Experiment versteht (Sorten, die noch nicht im Katalog sind, also in der Erprobungsphase), ist ja wohl Bombe. So ein Weiß- bwz. Rotkohlkopf hätte ich gern im Garten und ich experimentiere nicht 😉 Von den vielen Tomaten- und Chilisorten im Gewächshaus wollen wir erst gar nicht reden. Für mich als Hobbygärtner etwas demotivierend. Nein, im Ernst. Ich weiß ja, dass dort alles Profis sind und vieles einfach optimiert ist, was ich hier bei mir gar nicht realisieren könnte. Besonders toll für die Besucher an diesem Tag war, dass man die eine oder andere Tomaten- bzw. Chilisorte direkt verköstigen durfte, um auch geschmackstechnisch auf dem neuesten Stand für seine zukünftigen Kunden zu sein.

Neben Pflanzen zum Bestaunen gab es für unsere Bloggergruppe verschiedene Workshops rund um das Thema Garten und Genießen & Kochen. Es gab die Möglichkeit sich über die Neuheiten im Bereich Pflanzgefäße der Firma EMSA zu informieren, mit dem Gartenfräulein Saatbomben so kreieren oder mehr über erfolgreiches Fotografieren zu erfahren. Daneben wurde in den Kochworkshops aus Produkten vom Kaldenhof Erdbeerkonfitüre, Tomaten-Paprika-Chutney oder Süßkartoffelpatotto mit frisch zubereiteten Nudeln gezaubert. Die LandGenußWerkstatt aus Münster, deren Kochkurse man auch buchen kann, hat hier wirklich einen tollen Job geleistet und das Ergebnis war hinterher mehr als köstlich. By the way, das Chutneyrezept und auch das Rezept für die Erdbeermarmelade hätte ich zu gern. 🙂

Ein weiterer spannender Workshop war der Smell.Taste.Feel. – Rundgang. Hier konnte man sich nicht nur mit den Augen, sondern auch mit Riechen, Fühlen und Schmecken von den verschiedenen Pflanzen und Kräutern des Kaldenhofs überzeugen lassen.  Einige Kräutercreationen wurden sogar direkt in Form von Kräuterfrischkäse und rotem Basilikumpesto präsentiert. Ich gebe zu, als am Samstag bei uns Grillen angesagt war, hab ich diesen Kräuterfrischkäse versucht zu reproduzieren. Es war so lecker.

Leider wurde das Wetter im Laufe des Tages immer schlechter, so dass der letzte Programmpunkt, Anlegen eines DIY-Hochbeetes, gestrichen wurde. Dafür gab es eine ausführliche und geschmacksintensive Führung durch das Tomatenhaus mit vielen Informationen rund um die rote Runde und auch um die verschiedenen Chilis und ihre Schärfen.

Zum Abschluss gab es sogar noch einige Gastgeschenke von Volmary und EMSA, womit ich ehrlich gesagt, nicht gerechnet hätte. Ich fand den Tag an sich schon Spitze. Trotzdem freue ich mich sehr, dass diverse Kräuter (Schokoladenminze stand schon lange auf meinen Zettel) nun mein Kräuterbeet bereichern und (das Volmary-Team konnte es zwar nicht wissen, aber das war natürlich ein toller Zufall) ein Balkonpfirsich ebenfalls bei mir einzog. Um einen Pfirsichbaum schlich ich 2 Tage zuvor in unserem lokalen Gartencenter herum.

Ich bedanke mich wirklich sehr für diesen gelungenen Tag, das Kennenlernen von vielen netten Bloggern und dem Team von Volmary (Jessica, Arne, Stephan und alle anderen). Ich komme gern nächstes Jahr wieder. 🙂

Vorbereitung auf den Herbst

Mitte August haben wir und der Sommer ist irgendwie viel zu schnell vergangen. Ich habe dieses erste Jahr mit unseren großen Garten sehr genossen und bin jetzt sicher, dass es die richtige Entscheidung war, dieses Stück Land zu pachten. In diesem einem Jahr ist viel passiert.

Ich habe 60 qm Wiese umgegraben und zum Gemüsegarten umfunktioniert. Wir haben aus einem der Gartenhäuser einen großen Hühnerstall mit großer Voleriere gebaut, in welchem Blumenhühner, Schwarzhühner, Araucaner, Bielefelder und Sussex leben. Der hintere Teil des Gartens glich einem Dschungel. Wie auch immer, aber aus dieser riesen Fläche haben wir inzwischen mit viel Fleiß und Schweiß eine Schafsweide mit Zaun und Unterstand für unsere drei Ouessant-Böcke gezaubert. Im Herbst werden die drei Laufenten, die gerade noch in unserem Garten wohnen (Naja eigentlich nur in einer Ecke, weil sie sich noch nicht in den restlichen Garten trauen, von wegen LAUF-enten ;-)) werden dann zu ihnen auf die Weide ziehen und mich im restlichen Garten bei der Schneckenjagd unterstützen.

Mein Gemüsegarten hat mich besonders überrascht. Vieles hat wirklich gut geklappt: die Frühkartoffeln, Erbsen, Stangen- und Buschbohnen, die Salate, Mangold und auch der Kohlrabi. Die Kürbisse wachsen toll, haben aber noch ein bisschen Zeit, ebenso wie der Mais, der auch prima gedeiht. Möhren und Radieschen kamen mit unseren schweren Lehmboden wie zu Erwarten nicht zurecht. Trotzdem werde ich es im nächsten Jahr wieder probieren. Der Boden ist nach dieser Gartensaison schon gleich viel lockerer und krümeliger. Mit Sand und Kompost geht da noch was.

Auch die mühevoll hier im Haus vorgezogenen Zinnien, Cosmeen und Strohblumen sind in den Gemüsegarten gewandert, weil mein Traum immer ein Gemüsegarten mit vielen blühenden einjährigen Blumen war. Und es sieht wirklich toll aus. Bereichert hat zudem der Borretsch (eine absolute Bienenweide) und echte sowie Färberkamille.

Die Artischocken wachsen noch, sind ja winterhart, eventuell bilden sie im nächsten Jahr eine Knospe, die Zucchini kommt jetzt erst in Fahrt und auch der Sellerie braucht noch etwas. Der Brokkoli ist leider geschosst in der Hitze Anfang Juli. Aber so ergibt sich noch prima Hasenfutter. Mal schauen, was der Rosenkohl und Blumenkohl macht, die Blätter sind ziemlich durchlöchert vom Kohlweißling. Auch der Tabak stand dieses Jahr nicht gut, viel zu dunkel und feucht. Da müssen wir nächsten Jahr den Standort überdenken.

Richtig toll kam hingegen der Knoblauch, den ich  mit als erstes letzten Herbst zwischen die Erdbeerpflanzen gesetzt habe. 35 riesige Knollen. Auch die Zwiebeln sind toll geworden. Auch sie habe ich letzten Herbst gesteckt. Das werde ich diesen Herbst wieder machen. Die Erdbeeren hingegen habe ich wohl leider letzten Herbst zu spät gepflanzt. Die ganzen neuen Pflanzen haben diesen Sommer kaum Blüten und Früchte gehabt. Die älteren Pflanzen haben aber super getragen, sofern sie von einem Gemüsenetz abgedeckt waren, sonst fielen sie den Amseln zum Opfer. Dieses Jahr sind die Erdbeeren ja schon im Beet. Einige Absenker habe ich direkt schon in die Erde gesteckt, so das einige Lücken geschlossen wurden. Ich bin gespannt, ob die Ernte nächstes Jahr reichhaltiger ist.

Den heutigen Gartentag habe ich auch zum Anlass genommen, die Herbstsaaten auszusäen. Zumindest einige. Spinat, Feldsalat, Endivie und Grünkohl sind ins Beet gewandert. Es folgen noch Rüben, Rettich und Wirsing. Die Beete, die danach frei werden, da ja noch nicht alles abgeerntet ist, werden danach für den Winter mit Gründüngung eingesät.

Von der roten Johannisbeere, die dieses Jahr knapp 2 kg Früchte getragen hat, habe ich mir heute einen Steckling geschnitten, ebenso von der schwarzen Johannisbeere, die mir das Umsetzen im letzten Jahr übel genommen hat und keine Früchte trug. Vielleicht wirds ja dann auch bald was mit schwarzen Johannisbeeren.

Auch Samen lässt sich langsam von vielen Blumen gewinnen: Kapuzinerkresse, Lupinen, Akelei, Ringelbumen und Cosmeen konnte ich schon selbst ernten und lagern gerade zum Trocknen. Die Akeleisamen sind aber heute zum Teil schon ins Schattenbeet gewandert, damit bis nächsten Sommer schöne Pflanzen entstehen. Die Lupine wird diesem Schicksal die nächsten Tage noch folgen.

Das waren erstmal die Neuigkeiten aus unseren Garten. 1 Jahr habe ich jetzt schon diesen Blog und es macht sehr viel Spaß, die ganzen Erfahrungen mit Euch zu teilen. Ich freue ich schon sehr auf das nächste Jahr.