Glücklich Gärtnern

Gärtnern, Leben, Genießen

Autor: admin (Seite 1 von 47)

Dahlienfieber im September

Ich muss gestehen, ich bin im Dahlienfieber. Eigentlich waren mir die Pflanzen immer zu aufwendig. Im Frühjahr in die Erde, im Spätherbst wieder ausgraben, einlagern und hoffen, dass sie den Winter unbeschadet im Winterquartier überstehen.

Aber mittlerweile ist das anders. Die ungemeine Farben- und Formenvielfalt diese Blumen, dazu noch die Menge an wunderschönen Blüten, die eine einzelne Pflanzen anlegt, perfekte Blumen für die Vase und ein Blühfeuerwerk im Spätsommer und Herbst, wo anderen Blumen die Luft ausgeht – all das hat mich ungemein fasziniert. Und so sind vor 2 Jahren die ersten Dahliensorten in meinem Garten eingezogen.

Bestellt habe ich sie bei einem spezialisierten Dahlienzüchter. Hier hatte ich einfach das gute Gefühl, qualitative Ware zu bekommen und natürlich ist hier auch die Auswahl am Größten.

In meinem Garten stehen die Dahlien leider nicht optimal. Gut ist zwar mein Boden, der eher frisch, lehmig bis leicht sauer ist, aber sie stehen doch recht halbschattig. Natürlich entfalten sie so nicht ihre Blühkraft, wie auf einem vollsonnigem Feld. Aber ich bin trotzdem begeistert von den vielen unterschiedlichen Blüten und Farben, die diese Ecke des Gartens dadurch total aufwerten.

Der erste Winter hat es auch gezeigt, die Überwinterung in unserer dunklen und kühlen Garage in einer Holzkiste war erfolgreich. Im Herbst nach dem ersten Frost habe ich die Knollen ausgegraben und von den Stängeln befreit und sie in einer Holzkiste in unserer Garage gelagert. Am Ende des Winters hab ich immer mal wieder ein feuchtes Tuch auf die Knollen gelegt und zum Einpflanzen in diesem Frühjahr habe ich die Wurzelknollen vorher in Wasser eingeweicht, bevor sie im April in die Erde kamen. All das war jetzt schon den zweiten Winter hintereinander erfolgreich und meine Dahlien sind alle wieder ausgetrieben und blühen gerade um die Wette. Mehr Aufwand habe ich bisher bei den Blumen gar nicht getrieben. Ein bisschen aufpassen, dass die Schnecken nicht die jungen Austriebe fressen und eine gute Staudenstütze ab Sommer, wenn die buschigen Pflanzen eine gewisse Größe erreichen, mehr hab ich gar nicht gemacht.

Für den nächsten Frühling habe ich bei meiner Lieblingsdahliengärtnerei schon wieder neue Sorten bestellt. Denn eines ist klar, ich bin süchtig. Es gibt noch soviele schöne Sorten und Farben, die ich alle in meinem Garten ausprobieren möchte. Im nächsten Frühjahr wird dafür extra ein neues Beet angelegt, dieses Mal auch richtig vollsonnig.

Und noch ein weiteres kleines zufällig entstandenes Experiment läuft gerade: für einen Geburtstagsstrauß vor 3 Wochen habe ich Dahlienblüten und Knospen abgeknipst. Die Blüten vergingen, doch die Blätter blieben standhaft und die Knospen gingen auf. Die Stängel sehen aus, als würden sich neue Wurzeln an ihnen bilden. Ich bin gespannt, ob das noch passiert und ich auf diese Weise Stecklingsnachwuchs von meinen Lieblingsdahlien bekomme.

Für alle anderen, die genauso Dahlienverrückt sind wie ich, habe ich noch einen kleinen Tipp (unbezahlte Werbung): Der Ega Park in Erfurt steht jetzt im Herbst natürlich auch unter dem Motto der aus Mexiko stammenden Blume und bietet wunderschöne Rabatte zum Bestaunen an. Häufig kann man am Ende der Blühsaison einige Knollen der Schönheiten käuflich erwerben.

Wildblumenwiesen …

Unser Urlaub liegt jetzt schon wieder 1 Woche zurück, aber ich bin irgendwie noch in meinen Erinnerungen gefangen.

Wir waren an Dänemarks Westküste mit seinen hohen Dünen, den breiten Sandstränden und der häufig aufgewühlten Nordsee. Hier weht eigentlich immer ein recht starker Wind, besonders aus Westen. Die Dünen sind breit und hügelig und natürlich sandig -trocken.

Trotzdem wächst hier eine Pflanzenvielfalt, die mich überrascht hat. Es sah jetzt im August wunderschön aus, wenn in den hinteren Bereichen am Ende der Dünen und in den Senken verschiedenste Blumen wuchsen.

Vielleicht kann der ein oder andere Leser daraus einige Ideen für eine eigenen Wildblumenwiese ziehen, besonders wenn er auch einen eher sandigen und trockenen Standort zu bieten hat.

Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die vielen Glockenblümchen. Irgendwie habe ich sie nicht hier an einer Küste erwartet, sind sie doch eigentlich eher Waldbewohner und Schattenliebhaber.

Ein typischer Vertreter der Küstenlandschaften im Norden ist dagegen die Grasnelke. Sie gehört für mich einfach nach Dänemark und Schweden. Auch Schafgarbe und die Wildrosen, die so betörrend in der Sonne duften, gehören für mich zum typischen Nordseeküstenbild.

Andere Pflanzen, die sich wunderbar in das Wiesenbild einfügten waren Leinkraut, Wilde Möhre, Flechten, Erika und Gräserarten. An einem See gab es sogar wilden Salbei zwischen den Steinen am Ufer.

Es ist erstaunlich, was man alles sieht, wenn man seinen Blick für die kleinen Dinge am Wegesrand schärft.

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