Glücklich Gärtnern

Gärtnern, Leben, Genießen

Worüber man nicht spricht…

Wieder einmal ist es lange still um mich und meinem Blog gewesen. Mir persönlich ist es irgendwie ein Anliegen zu erklären, warum.

In den letzten Wochen war ich in einer ambulanten psychosomatischen Tagesklinik, weil meine Ängste bzgl. Krankheiten mich einfach nicht mehr in Ruhe gelassen haben. Ich konnte nicht mehr richtig schlafen, nicht mehr richtig essen, hatte eine überlaunige Verdauung und permanente Angst und Anspannung mit Zittern. Todesangst, die einen 24 Stunden am Tag begleitet.

Wie glücklich sein geht, hab ich schon länger verlernt. Das einzige, was mir immer Halt und Struktur und Freude gegeben hat, war und ist mein Garten. In der Natur zu sein, Abschalten und wenn es nur für ein paar Momente ist.

Über die Herbst- und Wintermonate fällt es mir aber immer schwieriger bei mir zu bleiben, positiv zu denken und einfach nicht unablässig zu grübeln. Aus diesem Grunde hab ich mich im Herbst schon für einen Aufenthalt in einer Tagesklinik entschieden. Aber erst Ende Februar hab ich einen Platz bekommen.

Nun ist diese Zeit fast vorbei und sie hat mir in vieler Hinsicht geholfen, vielleicht nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Mir haben besonders die Kontakte mit Patienten geholfen, ich habe ungemein wichtige und schöne Freundschaften geknüpft, Entspannungstechniken gelernt, Abschalten gelernt und natürlich auch in den Therapien viel über mich und das Leben gelernt.

Momentan fühl ich mich einigermaßen stabil. Ich habe Pläne und Antrieb. Besonders letzteres wissen bestimmt diejenigen, die mit Depressionen Erfahrungen haben, ist ja häufig der Knackpunkt. Ich habe das bisher ohne Medikamente geschafft und freue mich darüber. Ich hoffe, dass ich auch nach dem Klinikaufenthalt die Struktur und die Freude beibehalten kann. Ich habe es zumindest fest vor.

Dabei spielt auch mein Garten eine große Rolle. Denn diesen habe ich in der Zeit des Klinikaufenthaltes am meisten vermisst. Ich möchte endlich vieles versäumtes nachholen oder auch einfach nur mal dasitzen und genießen. Deshalb, weil es ja hier im weitesten Sinne um Garten geht, habe ich mich entschieden, diesen Blogbeitrag zu schreiben.

Es gibt für all diejenigen, die auch mit Ängsten und Depressionen zu kämpfen haben keine Patentlösung. Für jeden ist etwas anderes gut. Mir hat schon immer die Natur gut getan und für ich sind Entspannungstechniken sehr wertvoll. Weil man dadurch wirklich lernen kann, die Gedanken auch mal loslassen zu dürfen, zu können. Die Ablenkung durch einen strukturierten Tagesablauf sowie die Erfahrung auf Gleichgesinnnte zu treffen sind ebenfalls wichtige Punkte für mich gewesen. Auch wenn so ein drastischer Schritt wie eine Tagesklinik für viele Menschen nicht in Frage kommt, so kann ich aus meiner Sicht nur sagen, dass es mir sehr viel gebracht hat und ich diese Zeit sehr sehr schätze.

Nun freue ich mich auf die Zeit ausserhalb der Klinik, wieder mehr Zeit für mich, für die Familie und meine Tiere und den Garten zu haben und ich hoffe, dass ich doch jetzt wieder häufiger hier auf meinen Blog über richtige Gartenbeiträge schreiben kann.

Was treibt mich in den Garten? – Pläne für 2019

Es ist Winter! Es ist kalt! Und ich bin krank! Die perfekte Zeit fürs Pläneschmieden rund um den Garten.

Durch Zufall bin ich am Wochenende bei meinem Streamingdienst auf eine tolle Sendung vom britischen Gartenguru Monty Don gestoßen. (Achtung Werbung in Eigeninteresse / unbezahlt ;-)) In England gibt es eine Gartensendung Namens „Big Dreams, small places“. Hier wird engagierten Hobbygärtnern geholfen ihren Traum vom Garten zu verwirklichen. Das schöne ist, vieles wird in Eigenregie gemacht. Monty gibt nur hin und wieder Tipps. Aber das ganze ist so inspirierend, dass mein Kopf plötzlich voll ist, von Ideen für den eigenen Garten.

Das Wichtigste aber, was ich in einer dieser Sendungen von Monty Don gehört habe, war , dass man Herausfinden muss, was einen antreibt, was ist es, was dich bei jedem Wetter in den Garten gehen lässt? Das ist das Ziel, welches konsequent verfolgt werden sollte. Und dieser Satz hat mich zum Nachdenken angeregt. Mir ist schon im letzten Sommer aufgefallen, dass mein Gemüsegarten mich gar nicht so sehr puscht, sondern dass es eher die Blumen im Gemüsebeet waren, oder all die anderen bunten Blumenbeete, welche da waren oder noch entstehen könnten.

Was nicht heißen soll, dass es kein Gemüse mehr in meinem Garten geben wird. Die Kids bekommen ihr eigenes Gemüsereich und sollen da anbauen, was sie lieben, z.B. Mais und Kürbis, Zuckerschoten, Salat und Möhren. Und natürlich bleiben auch die Erdbeeren und Obststräucher und -bäume. Und auch das Gewächshaus mit Tomaten, Chilis und Gurken wird erhalten bleiben. Die genannten Sorten sind unsere Stars im Gemüsegarten und werden weiter kultiviert.

Doch alles andere wird für meine Blumenleidenschaft reserviert werden, sei es eine Wildblumenwiese, mein geliebter Dahliengarten oder an der wärmsten Stelle ein Präriebeet. Das treibt mich an. Ein bunter Blumengarten mit vielen Insekten und ein Garten, der mir von meiner Terrasse aus eine Aussicht bietet. Besonders die Aussicht ist mir wichtig. Ich möchte etwas, was mir ein kleines verstecktes Refugium bietet , wo man nicht merkt, dass man mitten in der Stadt ist.

Und so werde ich mich in diesem Jahr besonders darum kümmern, mehr Blumenbeete im Garten anzulegen und ich werde weiter den Weg der Pflanzenanzucht verfolgen. Meiner zweiten großen Leidenschaft! Ich liebe es aus vorhanden Pflanzen mit Hilfe von Samen, Stecklingen oder Teilung neue Pflanzen zu schaffen.

Da ich aber noch krank bin, beschränkt sich die neue Gartenleidenschaft gerade aufs Planen und Träumen, aber bald kommt das Frühjahr und dann gehts endlich richtig los!

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